Weg mit den Hindernissen! Fachtagung am 15. und 16. Februar 2006 in Berlin

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Berlin Menschen mit einer Behinderung stoßen im Alltag auf viele Hindernisse. Der fehlende Fahrstuhl macht es Rollstuhlfahrern unmöglich, in die Arztpraxis im zweiten Stock zu gelangen. Ohne Ansage der Haltestelle wissen blinde Menschen nicht, wann sie aus dem Bus aussteigen müssen. Es ist vergleichsweise leicht zu sagen, was Menschen mit einer Körper- oder Sinnesbehinderung brauchen, um am öffentlichen Leben selbstbestimmt teilhaben zu können.
Was aber bedeutet Barrierefreiheit für Menschen mit geistiger Behinderung? Auf einer Fachtagung am 15. und 16. Februar spielt diese Frage eine zentrale Rolle. 80 Experten mit und ohne Behinderung wollen darauf Antworten finden und Lösungen diskutieren. Die gemeinsame Tagung von Karin Evers-Meyer, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, und der Bundesvereinigung Lebenshilfe trägt den Titel "Weg mit den Hindernissen!" und findet statt im Berliner Kleisthaus, dem Dienstsitz der Beauftragten.

Menschen mit einer geistigen Behinderung haben große Schwierigkeiten, sich in ihrer immer komplizierter werdenden Umwelt zu orientieren. Auf eine verständliche Sprache in Verbindung mit Bildern und Symbolen kommt es deshalb vor allen Dingen an. Oft gibt es ganz einfache Lösungen, die obendrein nicht viel kosten: Eine Speisekarte etwa, die alle Gerichte mit Foto zeigt, hilft nicht nur geistig behinderten Menschen bei der Menüauswahl. Auch ausländische Touristen wären dankbar für einen solchen Service. Und über Formulare frei von Amtsdeutsch - dafür in großer Schrift - würden sich alle Bürgerinnen und Bürger freuen. So hat die Lebenshilfe in Bremen ein Übersetzungsbüro für schwer verständliche Texte eingerichtet, und unter www.lebenshilfe-angesagt.de sind im Internet Informationen in einfacher Sprache zu finden, die zudem vorgelesen werden.


Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.


Oberst a. D. Jürgen Damm nahm als Sprecher der Aktion Barrierefreies Leben in Bad Arolsen - BLiBA - an dieser Tagung teil.

Datum: 28.02.2006 Quelle: Pressestelle, Bundesvereinigung Lebenshilfe Autor: Ulrich Niehoff

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